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LED leuchtet nicht – woran kann es liegen?

Eine systematische Fehlersuche für Modellbau, Werkbank und Praxis.

Kurzfassung
Wenn eine LED nicht leuchtet, liegt es fast immer an:
  • falscher Polung
  • fehlendem oder falschem Vorwiderstand
  • ungeeigneter Versorgungsspannung
  • Kontakt- oder Lötfehlern
Mit einer einfachen Checkliste lässt sich der Fehler schnell finden.

1. LED falsch gepolt

LEDs sind Dioden und lassen Strom nur in eine Richtung durch. Ist die LED falsch herum angeschlossen, bleibt sie dunkel – nimmt dabei aber keinen Schaden.

Praxis-Tipp:
LED einfach umdrehen oder die Polung tauschen. Bei bedrahteten LEDs ist das längere Bein meist der Pluspol.

2. Kein oder falscher Vorwiderstand

Ohne Vorwiderstand fließt entweder:

  • zu viel Strom → LED sofort oder später defekt
  • oder bei sehr niedriger Spannung gar kein Strom

Ist der Widerstand zu groß, leuchtet die LED eventuell so schwach, dass sie als „aus“ wahrgenommen wird.

Merksatz:
Lieber ein kleiner Strom und sichtbares Glimmen als ein zu großer Strom und eine zerstörte LED.

3. Versorgungsspannung zu niedrig

Jede LED benötigt eine bestimmte Durchlassspannung. Wird diese nicht erreicht, fließt kein Strom.

Beispiel:

  • weiße LED an 3 V → oft zu wenig
  • blaue LED an 3 V → meist zu wenig

Abhilfe:

  • Spannung erhöhen
  • LED mit geringerer Durchlassspannung wählen (z. B. rot)

4. Falsche LED-Farbe für die Spannung

Unterschiedliche Farben benötigen unterschiedliche Spannungen. Eine rote LED leuchtet oft schon bei 2 V, während eine weiße LED erst ab ca. 3 V sichtbar wird.

In gemischten Schaltungen ist das eine häufige Fehlerquelle.

5. Schlechte Kontakte oder Lötfehler

Gerade im Modellbau sind Kontaktprobleme sehr häufig:

  • kalte Lötstellen
  • abgerissene Drähte
  • lackierte oder oxidierte Kontaktflächen
Praxis-Tipp:
LED testweise direkt mit kurzen Kabeln an eine bekannte Spannungsquelle anschließen.

6. LED bereits defekt

LEDs sind robust, aber nicht unzerstörbar. Häufige Ursachen für Defekte:

  • Betrieb ohne Vorwiderstand
  • zu hoher Strom
  • Überhitzung
  • falsche Polung an hoher Wechselspannung

Eine defekte LED bleibt dauerhaft dunkel.

7. Wechselspannung ohne geeignete Beschaltung

An Wechselspannung leuchtet eine LED nur in einer Halbwelle. Ohne Vorwiderstand oder Schutzdiode kann sie:

  • nicht sichtbar leuchten
  • oder beschädigt werden

Für Tests immer einen ausreichend großen Vorwiderstand verwenden.

Systematische Checkliste

  • ✔ Polung geprüft?
  • ✔ Vorwiderstand vorhanden und richtig?
  • ✔ Spannung ausreichend?
  • ✔ Kontakte und Lötstellen in Ordnung?
  • ✔ LED testweise einzeln geprüft?
Faustregel:
90 % aller LED-Probleme lassen sich mit Polung, Vorwiderstand und Spannung erklären.

Fazit

Wenn eine LED nicht leuchtet, ist sie meist nicht defekt, sondern falsch angeschlossen oder ungünstig betrieben. Mit einer systematischen Vorgehensweise lassen sich Fehler schnell finden und beheben – ohne Frust und ohne unnötigen Bauteilverbrauch.

Autor: led-am-stiel.de • Praxiswissen für LED-Technik & Modellbau